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Barrierefreiheit gibt es nur mit mehr Dolmetschern für Gebärdensprache

21. März 2022

Rundblick, das Politikjournal für Niedersachen, strahlte am 14. März einen Podcast mit der Gebärdensprachdolmetscherin Jana Blume aus.

Frau Blume dolmetschte während der Hochphase der Corona Pandemie mehrere Pressekonferenzen in Gebärdensprache und nutzt nun die Öffentlichkeit, um auf die Bedeutung und die Notwendigkeit von Gebärdensprachdolmetschern hinzuweisen. Gebärdensprache sei weitaus komplexer, als es für den Großteil der deutschen Bevölkerung erscheint. Insbesondere im politischen Kontext geht es darum, komplexe Sachverhalte und politische Fachtherme für den Zuschauer möglichst verständlich darzustellen, Gefühle zu übermitteln und die Dringlichkeit von Anliegen spürbar zu machen.
„Aber wer entscheidet, wann Nachrichten besonders wichtig sind und wir als Dolmetscher gebraucht werden? Wer legt fest, dass etwas nicht ganz so wichtig ist – und mit welchem Recht geschieht das mit Blick auf andere Menschen?“
Für die Pressekonferenzen während der Hochphase der Corona Pandemie wurden vermehrt Gebärdensprachdolmetscher in Pressekonferenzen eingesetzt. Nun soll dies wieder abnehmen. Daran schließt sich eine Diskussion darum an, wann wir als Gesellschaft Situationen als solche wahrnehmen, deren Inhalte wir allen Menschen barrierefrei zugänglich machen wollen, und wann nicht. DerDeutsche Gehörlosen-Bund e.V.geht von momentan 140.000 Menschen bei hoher Dunkelziffer aus, welche einen Grad der Hörbeeinträchtigung von 70% oder mehr besitzen und somit auf Gebärdensprachdolmetscher angewiesen sind. Vertreter sprechen sich dafür aus, die erhöhte Barrierefreiheit, die bei politischen Pressekonferenzen während der Pandemie aufgebaut wurde, nicht wieder abzubauen, sondern allen Menschen einen Zugang zu Informationen zu ermöglichen.

 

Autor: Axel Dockhorn jr. / Foto NewsThumb: Axel Dockhorn