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Buchrezension von Dr. Nicole Keller zum Buch „Trados kompakt" (RD, 2025)

04.03.2026

Trados kompakt: Cloud und Workflows entschlüsselt.

Renate Dockhorns neues Handbuch „Trados kompakt“ (erschienen Ende 2025) nimmt es mit dem Titel nicht mehr ganz so genau: Mit inzwischen über 1000 Seiten ist es alles andere als „kompakt“. Das hat auch einen guten Grund, denn es zeigt, wie rasant und umfangreich sich die Funktionalitäten von Trados weiter entwickelt haben, um auf moderne Anforderungen zu reagieren.

Daniel Brockmann betont im Vorwort zu diesem Buch u.a. einen wichtigen Punkt: Technologie soll die sprachliche und kulturelle Kompetenz von Menschen – und insbesondere von Übersetzerinnen und Übersetzern – ergänzen und stärken und nicht ersetzen. Wie das im Übersetzungsalltag aussieht, zeigt das Buch eindrucksvoll an der Integration von maschinellen Übersetzungssystemen (MÜs) und Large Language Models (LLMs). Ein besonderer Fokus liegt allerdings auf der noch jungen Trados-Cloud-Plattform.

Das Buch strukturiert die Cloud-Plattform übersichtlich in zwei Hauptkategorien:

  • Mit Workflow-Unterstützung: Fokus auf Teamarbeit (Trados Team, Accelerate, Enterprise und Ignite)
  • Ohne Workflow-Unterstützung: Die Einzelplatzlösung (Trados Go).

Für beide Szenarien findet man anschauliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen von der Einrichtung des Systems bis hin zur kompletten Projekterstellung. Besonders wertvoll sind die klaren Erläuterungen zum Cloud-Konzept, das in vielen Punkten von der gewohnten Arbeitsweise in Trados Studio abweicht und neue Wege geht. Dank der detaillierten Erklärungen klickt man sich sicher durch die Fenster und Optionen, sodass das erste eigene Projekt im Handumdrehen erstellt werden kann.

Meine persönlichen Aha-Erlebnisse

Besonders profitiert habe ich von den Erläuterungen zu den Linguistischen Ressourcen und der Erstellung von Übersetzungs-Engines. Während ich mich anfangs eher per Trial-and-Error durch die Erstellung von Ressourcen und Engines gekämpft habe, weiß ich nun genau, was ich tun muss.

Den echten „Aha-Effekt“ gab es aber dann beim Thema Workflows. Der Aufbau und Zusammenhang der einzelnen Arbeitsschritte sind komplex und anfangs schwer zu durchschauen. Früher scheiterte mein Projektabschluss oft daran, dass ich bei den einzelnen Aufgaben schlichtweg nicht bis zum Schluss kam. Die Erklärungen im Buch haben mir sehr geholfen, die Logik dahinter zu verstehen. Mit meinen neuen, benutzerdefinierten Workflow-Vorlagen laufen die Projekte jetzt endlich reibungslos und effizient ab.

Das Beste aus beiden Welten

In Trados kompakt kommt auch das Zusammenspiel zwischen der klassischen Studio-Desktop-Version und der Cloud-Plattform nicht zu kurz. Es wird detailliert erklärt, wie man Translation-Memory- und Terminologiedaten in beiden Umgebungen nutzen kann. Besonders charmant ist die Flexibilität, jederzeit zwischen dem Online- und Studio-Editor wechseln zu können. Wie das reibungslos gelingt, wird an den entsprechenden Stellen anschaulich gezeigt.

Es ist beeindruckend, wie viele Funktionen Trados Studio und Trados Cloud inzwischen anbieten. Noch beeindruckender ist es jedoch, wie Renate Dockhorn diese Funktionsvielfalt und Komplexität so klar, strukturiert und praxisnah aufbereitet hat. Dies gelingt ihr durch praktische Beispiele sowie sinnvolle interne und externe Verweise. Zur Vertiefung von besonderen oder komplexen Themen verweisen weiterführende Links direkt zu den Ausführungen auf der RWS-Website, um bei Bedarf noch detailliertere Informationen erhalten zu können.

Fazit: Ein rundum gelungenes Werk und ein unverzichtbares Nachschlagewerk für alle, die professionell mit Trados arbeiten.

Dr. Nicole Keller

NewsThumb: Renate Dockhorn